StudiVZ: Was passiert mit persönlichen Daten?
CommunityWas kritische Blogger schon länger bemängeln, ist tatsächlich Realität. Das Studentennetzwerk StudiVZ, das mehrere Millionen Mitglieder hat, verkauft heute und in Zukunft die Daten seiner Nutzer an Unternehmen, die innerhalb der Plattform Werbung schalten wollen.
Der Hintergrund: In einer neuen Fassung seiner Allgemeinen Geschäftsbedingungen, der alle Nutzer bis zum 9. Januar zustimmen müssen, steht folgendes: “Ich willige ein, dass StudiVZ Bestandsdaten und/oder Nutzungsdaten von mir an Dritte weitergibt, wenn und soweit die Übermittlung der Daten aufgrund gesetzlicher Vorschriften und/oder infolge von Gerichtsentscheidungen zulässig ist.”
Zwar beeilte sich StudiVZ-Pressesprecher Dirk Hensen in einer Pressemitteilung auszuschließen, dass das Unternehmen demnächst Nutzerdaten ohne zu fragen an werbetreibende Unternehmen abgeben könnte. Aber der nach diversen Skandalen in der Vergangenheit sowieso schon enorm beschädigte Ruf von StudiVZ trägt nicht gerade dazu bei, die Befürchtungen vom großen Datenklau zu verringern.
Warum aber gehen die StudiVZ-Betreiber so ein enormes Risiko ein? Schließlich lebt die Seite von ihren Usern und ein plötzlicher Mitgliederschwund könnte katastrophale Folgen haben. Die Antwort ist einfach: Es geht ums Geschäft. StudiVZ führt mit den neuen AGB das so genannte “Targeting” ein, das beim amerikanischen Vorbild Facebook längst etabliert ist. Dieses “Targeting” bedeutet nichts weiter, als dass werbetreibende Unternehmen eine bestimmte Zielgruppe angeben auf deren Seiten ihre Werbung geschaltet werden soll. Personalisierte Werbung soll verhindern, dass zum Beispiel Frauen mit Bannern für einen Herrenrasierer belästigt werden. Aber auch das Erstellen detaillierter Nutzerprofile erscheint möglich.
Spätestens jetzt sollte also jedem klar sein, dass er sich zweimal überlegen sollte, welche Daten er von sich im Internet preisgibt. Einmal eingegebene Informationen können von nahezu jedem abgerufen und missbraucht werden. Wer das nicht will, dem bleibt wohl nichts anderes übrig, als seinen StudiVZ-Account zu kündigen.